Ängste erleben wir in vielen verschiedenen Situationen, vor allem aber führen Prüfungssituationen zu Stress, Anspannung und Angst. Die physiologischen Reaktionen, die Ängste in unserem Körper auslösen, sollten dem Menschen aus evolutionärer Sicht das Überleben sichern. Ängste warnen vor gefährlichen Situationen und machen den Menschen flucht- oder kampfbereit. Blutdruck und Herzfrequenz steigen, alle Sinne werden geschärft. Über diese Effekte steigert sich die Aufmerksamkeit. Diese körperlichen Reaktionen sind auch in der heutigen Zeit, in der es in Alltagssituationen, die uns Angst machen, nicht mehr darum geht zu kämpfen oder zu flüchten, eine optimale Vorbereitung auf die bevorstehende Aufgabe. Angst wirkt sich somit leistungssteigernd auf den menschlichen Organismus aus.
Jedoch können sich die positiven Effekte der Angst ins Gegenteil umkehren. Überreaktionen wirken leistungsmindernd und können sogar zum totalen Blackout führen. Konzentrationsschwäche, Selbstzweifel, innere Unruhe oder Gereiztheit können die Folge sein. Hinzu kommen körperliche Beschwerden wie Kopfschmerzen, Verdauungsprobleme, Schlafstörungen, Abgeschlagenheit und ungewöhnliches Essverhalten (Appetitlosigkeit oder Heißhunger). Prüfungsangst zehrt an den Nerven und vermindert die Lebensqualität enorm. Meist kreisen die Gedanken nur noch um die bevorstehende Prüfung. Man fühlt sich überfordert, Panik kommt auf. Meist endet diese Kette in Frustration und Resignation.
Prüfungsangst überkommt den Menschen meist nicht erst in der eigentlichen Prüfungssituation, sondern schon in der Vorbereitungsphase oder bereits beim Bekanntwerden des Prüfungstermins. Diese Angstzustände dürfen nicht unterschätzt werden, da sie einen negativen Einfluss auf das psychische und physische Wohlbefinden haben und zu Sekundärerkrankungen führen können.
Die Angst vor Prüfungen ist meist an eine Versagensangst gekoppelt, die durch die steigenden Leistungsansprüche der Gesellschaft geschürt wird. Leistung und Erfolg haben in unserer Gesellschaftsstruktur einen immensen Stellenwert erlangt, so dass soziale Eingliederung und Eigendefinition meist über diese beiden Faktoren vollzogen werden.
Schlechte Erfahrungen in vorangegangenen Prüfungen und negative Reaktionen der Umwelt auf das Versagen steigern den Druck, der von der bevorstehenden Prüfung ausgeht.
Wer also unter Prüfungsängsten leidet, sollte sich vorzeitig eine Methode suchen, mit der er sich entspannen kann. Es existieren unterschiedliche bewährte Entspannungsmethoden, wie zum Beispiel Autogenes Training oder Progressive Muskelrelaxation. Jedoch auch das Ausüben einer Sportart hat sich als hilfreich hervorgetan. Auf diese Weise kann man dem Prüfungsstress kurzzeitig entfliehen und neue Energie tanken. Stress wird abgebaut und mit dem Stress wird auch die Angst reduziert. Hilfreich ist es auch, wenn man die Katastrophen, die man sich für den Fall des Versagens ausmalt, zu Ende phantasiert. Dadurch wird deutlich, dass sich die Welt nicht aufhören wird zu drehen, sollten die schlimmsten Befürchtungen wirklich wahr werden. Eine gut strukturierte Vorbereitung vermittelt das Gefühl, alles unter Kontrolle zu haben. Setzt man sich dazu realistische Ziele und versucht, eine positive Lebenseinstellung zu verinnerlichen, ist der Weg aus der Prüfungsangst geebnet.







Kommentar abgeben